Neue Wochendachten

Liebe Leserinnen und Leser Im letzten Jahr habe ich mir ein Buch der Theologin und Autorin Tina Willms gekauft: „Momente, die dem Himmel gehören“. Gedanken, Gedichte und Gebete für jeden Tag, Neukirchener Vlg. 2021. In diesem Jahr fange ich an, die darin enthaltenen Texte für jeden Tag am jeweiligen Tag zu lesen. Und heute teile ich einen dieser Texte mit Ihnen und Euch. 10. JANUAR Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, die niemand zuschließen kann. OFFENBARUNG 3,8A »Herzlich willkommen!« Meine Freundin steht in der offenen Tür. »Komm rein, ich habe schon Kaffee gekocht«. Drinnen ist es warm und gemütlich, Blumen und Kuchen stehen auf dem Tisch, und der Kaffee duftet. So ein Empfang tut gut. Ich fühle mich angenommen und geborgen. Ich habe auch schon vor verschlossenen Türen gestanden. Wenn ich schnell noch etwas einkaufen wollte, der Laden aber schon zu war. Wenn jemand nicht zu Hause war. […]
Liebe Leserinnen und Leser Sie haben es gemerkt, und Ihr auch! In den letzten Wochen fielen die Wochenandachten aus, ich war mit Beerdigungen und Weihnachten beschäftigt und zwischen den Jahren „geistig platt“. Aber ein Neues Jahr hat begonnen, und ich versuche, Sie, Euch und mich wieder in den Blick zu nehmen. Denn sehen und – mehr noch – gesehen werden, ist für uns Menschen sehr wichtig. Wenn ich nicht wahrgenommen werde, übersehen werde, übergangen werde, dann zerrt das am eigenen Selbstbewusstsein. Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist das Gefühl „ich werde gesehen/wahrgenommen/wichtig genommen!“ ganz besonders wichtig, um eine gesunde Beziehung zu sich selbst, ein stabiles Selbstbewusstsein aufzubauen. Die Kehrseite dieses Bedürfnisses, gesehen zu werden, kennen wir aber wahrscheinlich auch alle: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, die sich nicht wahrgenommen, nicht gesehen fühlen und dann mit allen Mitteln Aufmerksamkeit provozieren – und es muss nicht die positive Aufmerksamkeit sein! Hauptsache ich werde wahrgenommen, […]
Liebe Leserinnen und Leser Die Adventszeit und Weihnachten sind für viele Menschen eine emotional besondere Zeit. Ich beobachte es bei anderen Menschen, aber auch bei mir. Vielleicht ist es die Geschichte von der Geburt des Gottessohns in einem zugigen Stall, die das Mitempfinden für Menschen in Not gerade in diesen Wochen besonders anspricht. Und auch die speziellen „Weihnachtsfilme“ bedienen oft ausgiebig eine bis ins Kitschige gehende sentimentale Gefühlswelt, wie etwa „Der kleine Lord“, den ich in Buchform schon als Kind gelesen habe. Das Kind, das die harte Schale seines einsamen reichen Großvaters durchbricht und für neues Leben für ihn und auch für die von ihm abhängigen Landarbeiterfamilien sorgt. Überhaupt scheinen Geschichten aus dem turbokapitalistischen England des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts für die soziale Komponente des Weihnachtsfestes ein besonders guter Hintergrund zu sein, weil hier Weihnachten als „Fest der Liebe“ dem kalten rationalen Denken, das nur auf Nützlichkeit und Profit […]